Der Tränenpalast – die gläserne Abschiedshalle mit ihren originalen Grenzkabinen Geisterbahnhöfe – West-Züge, die durch versiegelte Bahnsteige in Ost-Berlin krochen Der einzige erhaltene komplette Todesstreifen, inklusive Wachturm Tunnel 57 – Studenten gruben 145 Meter unter diesem Rasen und befreiten 57 Menschen Mauerpark – Flohmarkt und Karaoke dort, wo einst die Grenze verlief
Die 1962 am Bahnhof Friedrichstraße errichtete gläserne Abfertigungshalle, in der Ost-Berliner von Besuchern Abschied nahmen, die in den Westen zurückkehrten. Heute ist sie ein kostenloses Museum mit den original erhaltenen Grenzkabinen.
Neunundzwanzig Jahre lang war dieser versiegelte Bahnhof ein Geisterbahnhof: West-Berliner Züge rollten langsam durch seine dunklen, bewachten Bahnsteige, ohne je zu halten. Eine kostenlose Ausstellung im Bahnhof erzählt die Geschichte der Grenze und der Geisterbahnhöfe des geteilten Berlin.
Das nationale Denkmal zwischen Gartenstraße und Ackerstraße bewahrt das weltweit einzige vollständige Teilstück des Berliner Mauer-Grenzsystems: beide Mauern, der geharkte Kontrollstreifen, Kolonnenweg und Wachturm, eingerahmt von spiegelpoliertem Stahl. Es markiert die Straße, an deren Häuserfronten die Grenze im August 1961 verlief und die mit Ida Siekmann das erste Maueropfer forderte.
Das Fenster des Gedenkens ist eine zwölf Meter lange Wand aus rostigem Cor-Ten-Stahl, die auf Augenhöhe Porträts der an der Berliner Mauer Getöteten zeigt – mindestens 140 zwischen 1961 und 1989, auf dem Boden, wo der Todesstreifen verlief. Unter ihnen sind zwei, die in Sichtweite dieses Ortes starben: der Radfahrer Ernst Mundt und der siebzehnjährige Otfried Reck.
Das kostenlose Dokumentationszentrum in der Bernauer Straße 111 verfügt über eine Aussichtsplattform auf dem Dach mit Blick auf den einzigen vollständig erhaltenen Abschnitt des Berliner Mauer-Grenzstreifens – beide Mauern, Todesstreifen, Kolonnenweg und nachgebauter Wachturm, seit 1998 eingerahmt von den Stahlflanken des nationalen Denkmals.
Die DDR sprengte die 1894 erbaute Versöhnungskirche, die im Todesstreifen gestrandet war, im Januar 1985; ihre Nachfolgekapelle, 2000 aus Stampflehm mit den zerstoßenen Trümmern der alten Kirche erbaut, hält täglich ein Mittagsgebet für die Toten der Mauer.
Stahlmarkierungen in den Gedenkstätten-Rasenflächen zeichnen die unter der Bernauer Straße gegrabenen Fluchttunnel nach – darunter Tunnel 29, 1962 von NBC gefilmt, und Tunnel 57, durch den im Oktober 1964 57 Menschen in den Westen krochen. Etwa 75 Tunnelprojekte verliefen unter dieser Straße, die meisten durch Stasi-Informanten verraten.
An der Ecke Bernauer/Ruppiner Straße sprang der 19-jährige DDR-Grenzsoldat Conrad Schumann am 15. August 1961, dem dritten Tag der Mauer, über den Stacheldraht. Peter Leibings Foto des Sprungs wurde zum prägenden Bild des Kalten Krieges.
Eröffnet 1994 auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen Prenzlauer Berg und Wedding, beherbergt der Mauerpark heute Berlins größten Flohmarkt, das Bearpit Karaoke in seinem Steinamphitheater und einen erhaltenen Mauerabschnitt, der als legale Graffiti-Leinwand täglich neu bemalt wird.
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