East Side: Wall Art und das freie Friedrichshain
Berlin · Germany

East Side: Wall Art und das freie Friedrichshain

Berlin, Germany
95
Dauer (Min.)
3.5
Entfernung (km)
8
Stopps
Leicht
Schwierigkeit

Beschreibung

Gehen Sie den längsten noch erhaltenen Abschnitt der Berliner Mauer entlang – 1,3 Kilometer, die im Frühjahr 1990 von 118 Künstlern bemalt wurden – vom Trabant, der durch den Beton bricht, bis hin zum Bruderkuss. Überqueren Sie dann die Oberbaumbrücke nach Friedrichshain, wo aus verlassenen Bahnanlagen Clubs und aus besetzten Straßen Straßencafés wurden: die Geschichte dessen, was Ost-Berlin mit seiner Freiheit gemacht hat.

Highlights

Test the Rest – Birgit Kinders Trabant, der durch die Mauer bricht Der Bruderkuss – Breschnew und Honecker, gemalt nach einem echten Foto Die Spree als Grenze – die unbemalte Seite und die dunkle Geschichte des Flusses Oberbaumbrücke – die Agenten-Austauschbrücke, die zur Arena der Gemüseschlacht wurde RAW-Gelände – ein ehemaliges Bahnausbesserungswerk, neu geboren als Zitadelle der Berliner Subkultur

Tourstopps

Ostbahnhof
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Ostbahnhof

3 Min.

Der Ostbahnhof, eröffnet 1842, trug fünf Namen unter fünf Regimen – Frankfurter Bahnhof, Schlesischer Bahnhof, Ostbahnhof, der Hauptbahnhof der DDR und wieder Ostbahnhof –, während er als Berlins Schienen-Tor nach Warschau und Moskau diente. Die Tour beginnt hier, direkt gegenüber der Mühlenstraße befindet sich die East Side Gallery.

East Side Gallery – Test the Rest
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East Side Gallery – Test the Rest

6 Min.

Birgit Kinders Trabant bricht mit dem Nummernschild NOV-9-89 – dem Datum des Mauerfalls – durch den Beton. Es ist Ihre erste Ikone der East Side Gallery, 1,3 km Mauer, die 1990 von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemalt wurde. Diese nach Osten gerichtete Seite war 28 Jahre lang unberührter, blanker Beton.

Spree-Grenze – Die Rückseite der Mauer
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Spree-Grenze – Die Rückseite der Mauer

4 Min.

Die unbemalte Flussseite der Mauer ist der Spree zugewandt, deren gesamte Breite zu Ost-Berlin gehörte – eine Wassergrenze, an der Schwimmer und fünf Kinder aus Kreuzberg ertranken, weil keine Seite sie rechtlich gesehen retten durfte.

East Side Gallery – Der Bruderkuss
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East Side Gallery – Der Bruderkuss

5 Min.

Dmitri Vrubels Wandbild des Bruderkusses zwischen Breschnew und Honecker, gemalt 1990 nach Régis Bossus echtem Foto von 1979 und 2009 von Vrubel selbst neu gemalt, ist das meistfotografierte Bild auf der gesamten Berliner Mauer.

Oberbaumbrücke
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Oberbaumbrücke

5 Min.

Die Oberbaumbrücke, eine Ziegelbrücke mit Doppeltürmen und zwei Ebenen aus dem Jahr 1896, diente von 1961 bis 1989 als reiner Fußgänger-Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin und erlebte stille Agentenaustausche im Kalten Krieg. Heute tragen Kreuzberg und Friedrichshain die alte Trennung mit der jährlichen Gemüseschlacht auf ihrer Brücke aus.

RAW-Gelände: Nichts ist dauerhafter als das Provisorium
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RAW-Gelände: Nichts ist dauerhafter als das Provisorium

6 Min.

Ein Bahnausbesserungswerk, das 127 Jahre lang (1867–1994) arbeitete und dann aufgegeben wurde. Das RAW-Gelände wurde zu Berlins Konzentrat der Subkultur der 'Zwischennutzung' – Clubs wie Astra und Cassiopeia, eine berühmte Skatehalle, Künstlerateliers, ein sonntäglicher Flohmarkt und ein Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der als Kletterturm namens Der Kegel dient.

Simon-Dach-Straße
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Simon-Dach-Straße

4 Min.

Friedrichshains Café- und Bar-Meile, benannt nach einem Barockdichter der Freundschaft und geschmiedet in der Squatter-Welle nach 1990. Heute sind ihre Terrassen das touristische Gesicht des Viertels – und Gegenstand seiner ehrlichsten Debatten über Gentrifizierung.

Boxhagener Platz
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Boxhagener Platz

5 Min.

Friedrichshains grünes Wohnzimmer, umgeben von Gründerzeit-Mietskasernen, die sowohl die Bombenangriffe im Krieg als auch die Vernachlässigung der DDR-Zeit überstanden haben. Der 'Boxi' beherbergt einen jahrhundertealten Bauernmarkt am Samstag und einen sonntäglichen Flohmarkt, der berühmt für DDR-Nostalgiefunde ist.

Ein Vorgeschmack auf die Tour

Das ist die echte Geschichte eines Halts auf dieser Route – jeder Halt hat seine eigene.

Ostbahnhof

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit vor dem Ostbahnhof. Züge rollen ein, Pendler strömen hinaus, und nur einen Block entfernt steht ein Betonblock, der über Nacht seine Bedeutung veränderte. Dieser Spaziergang führt etwa dreieinhalb Kilometer durch drei Akte. Der erste Akt ist die bemalte Mauer: die East Side Gallery, wo sich 1990 Maler auf ein Stück Grenzmauer stürzten, das ein Leben lang unantastbar war – ein Trabant, ein Fluss mit dunkler Erinnerung und der berühmteste Kuss der Stadt warten auf Sie. Der zweite Akt ist eine einzige Brücke: die Oberbaumbrücke, das Scharnier zwischen zwei Berlins, mit Türmen wie aus einem Märchen und einer Geschichte wie ein Thriller. Der dritte Akt ist der Kiez, den die Freiheit gebaut hat – Bahnanlagen, die zu Clubs wurden, besetzte Straßen, die sich in Café-Meilen verwandelten, bis hin zu einem Platz, auf dem das ganze Viertel zusammenkommt. Eines vorweg: Diese Tour handelt davon, was Berlin mit der Mauer gemacht hat. Für das Grenzsystem selbst – den Todesstreifen, die Fluchten, die ganze Maschinerie – nutzen Sie unsere separate Mauer-Tour an der Gedenkstätte Bernauer Straße, die Sie ebenfalls in dieser App finden. Bereit? Dann treffen wir den Beton. Schauen Sie sich um, bevor wir losgehen. Der Ostbahnhof ist kein klassisches Wahrzeichen – eine schlichte Glasfront aus der Renovierung der 1990er Jahre, der Geruch von Bäckereiständen, S-Bahnen, die über das Viadukt rattern. Diese Gewöhnlichkeit ist eine Tarnung. Sie stehen an einem der ältesten noch in Betrieb befindlichen Bahnhofsstandorte Berlins, und seine ganze Geschichte steht in seinen Namen geschrieben. Er eröffnete 1842 als Frankfurter Bahnhof, Endstation für Züge nach Frankfurt an der Oder. Als Preußens Eisenbahnen in Richtung der schlesischen Kohlereviere vorstießen, wurde er umgebaut und in Schlesischer Bahnhof umbenannt. Nach 1945 war Schlesien plötzlich Polen, und ein Bahnhof, der nach einer verlorenen Provinz benannt war, war politisch unmöglich. Also verkürzte die junge DDR ihn 1950 auf den schlichten Namen Ostbahnhof. Dann, 1987, zum 750. Stadtjubiläum, baute das Regime ihn erneut um und krönte ihn zum Hauptbahnhof – das Zentrum einer Hauptstadt, die nur eine halbe Stadt war. Das wiedervereinigte Berlin nahm diesen Titel 1998 zurück und gab ihn später an den glänzenden neuen Hauptbahnhof auf der anderen Seite der Stadt weiter. Fünf Namen, ein Bahnsteig. Jedes Regime, das Berlin regierte, hatte das Bedürfnis, genau dieses Gebäude umzubenennen – man kann eineinhalb Jahrhunderte deutscher Politik allein an der Abfahrtstafel ablesen. Die Namen waren wichtig, weil dies immer das Berliner Tor zum Osten war. In den 1920er Jahren strömten aus den Zügen, die aus Warschau, Riga und Moskau am Schlesischen Bahnhof ankamen, Migranten, Händler und Flüchtlinge – der Schriftsteller Joseph Roth beschrieb ihr Ankommen hier – und das umliegende Viertel galt als das raueste in Berlin, sein Name wurde praktisch zum Synonym für Schmuggelware. Der Kalte Krieg formalisierte diese Rolle: Dies wurde das Fenster Ost-Berlins nach Moskau, der Bahnsteig für die Ost-Expresszüge, wo westliche Schlafwagen mit zugezogenen Vorhängen durchrollten und, so besagt die Legende, so manche Karriere im Geheimdienst mit einem Händedruck unter diesen Bögen begann. Zur Orientierung: Gehen Sie aus der Südseite des Bahnhofs in Richtung Fluss. Die breite Straße vor Ihnen ist die Mühlenstraße, und auf der anderen Seite verläuft ein langes Betonband: die Berliner Mauer selbst, von Anfang bis Ende bemalt. Genau dorthin gehen wir – ihre Geschichte beginnt an der nächsten Station, kaum einen Block entfernt. Werfen Sie vorher noch einen letzten Blick auf den Bahnhof der fünf Namen. Ein Jahrhundert lang kamen Menschen von Osten hierher in der Hoffnung, dass Berlin ihr Leben verändern würde. 1990 kehrte sich dieser Strom um – und der Beweis wartet auf der anderen Straßenseite.

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