Die Ponte Sant'Angelo, die antike, mit barocken Engeln geschmückte Brücke, steht an einer Schwelle – der Tiber trennt das besetzte Rom vom Territorium des Vatikans. Dieser Übergang bot während der neunmonatigen Nazi-Besatzung einen schwachen Hoffnungsschimmer auf Zuflucht.
Am 16. Oktober 1943 riegelten 365 deutsche Sicherheitskräfte im Morgengrauen diese Straßen ab. Bis zum Mittag hatten sie 1.022 römische Juden verhaftet. Innerhalb von zwei Tagen transportierten Güterzüge sie nach Norden in Richtung Auschwitz. Nur 16 kehrten jemals zurück.
Kleine Messingplatten im römischen Straßenpflaster markieren die Häuser, in denen Juden vor ihrer Deportation lebten. Jeder Stolperstein – ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig – trägt einen Namen, ein Geburtsdatum und ein Datum der Verhaftung.
Die Große Synagoge von Rom steht markant am Tiberufer – eine Festung des Glaubens, die die Nazi-Besatzung und die Deportation vom Oktober 1943, die über 1.000 römische Juden das Leben kostete, überstand. Im Inneren dokumentiert das Jüdische Museum diesen Verlust sowie die Rettungsnetzwerke, die Tausende weitere Menschen retteten.
Die sichtbaren Kriegsnarben der Basilica di San Clemente erinnern uns daran, dass Roms Leid während der Nazi-Besatzung weit über das jüdische Viertel hinausging. Obwohl sie zur „Offenen Stadt“ erklärt worden war, erlitt die Stadt wiederholte Bombenangriffe, die jedes Viertel trafen und bis heute physische Spuren hinterlassen.
Dieses Gebäude beherbergte während der Nazi-Besatzung von Rom das SS- und Gestapo-Hauptquartier, wo Gefangene verhört, gefoltert und in ummauerten Zellen festgehalten wurden. Heute dient es als Museum der Befreiung von Rom und bewahrt die Maschinerie des Terrors neben der Geschichte derjenigen, die Widerstand leisteten.
Am 24. März 1944 wurden 335 Männer und Jungen – darunter 75 Juden, die auf den Straßen aufgegriffen worden waren – in diesen Höhlen als Vergeltung der Nazis für einen Partisanenangriff hingerichtet. Heute bewahrt das Denkmal ihre Erinnerung mit strenger Kraft.
San Paolo fuori le Mura – Sankt Paul vor den Mauern –, eine der vier großen päpstlichen Basiliken Roms, stand als Zufluchtsort letzter Instanz. Ihr exterritorialer Status gemäß der Lateranverträge machte sie zu päpstlichem Eigentum, technisch gesehen Vatikanboden: eine Grenzlinie, die die Nazis nicht überschreiten konnten.
Das ist die echte Geschichte eines Halts auf dieser Route – jeder Halt hat seine eigene.
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